2007-06-28

Idea: Schöpfungsforscher ziehen ernüchternde Bilanz

In einem Onlineartikel mit dem Titel "Schöpfungsforscher ziehen ernüchternde Bilanz" dokumentiert Idea die Bilanz, die der Vorsitzende der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, Henrik Ullrich nach 25 Jahren auf ihrer Hauptkonferenz gezogen hat:
„Vom Ziel, ein wissenschaftlich plausibles Gesamtkonzept zur Entstehung des Kosmos, der Erde und des Lebens als Alternative zum vorherrschenden Evolutionsmodell vorweisen zu können, sind wir weiter denn je entfernt“

Die Arbeit dieser Studiengemeinschaft ist sowohl interessant als auch wichtig für den Dialog zwischen empirischer Wissenschaft und Theologie, versuchen dort doch Wissenschaftler die Forschungsdaten zu interpretieren ohne dabei von vornherein die Existenz eines Schöpfers und die Aussagen der Bibel aus den Überlegungen auszuschließen.

Ausgehend vom Vertrauen in die Heilige Schrift versuchen sie, geologische, biologische, physikalische und paläontologische Phänomene von diesem Kurzzeitrahmen her zu deuten. Allerdings müssten sie zugeben, dass sich viele wissenschaftliche Befunde besser in einem Langzeitmodell interpretieren lassen, so Ullrich.


Diese selbstkritischen Aussagen der deutschen Studiengemeinschaft sind durchaus lobenswert, zeigen sie doch eine wohltuende Abgrenzung zu ihren amerikansichen Kollegen, die viel mehr unter der Prämisse arbeiten, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
Auch hier in Deutschland stand die Arbeit meiner Ansicht nach in der Gefahr, an Offenheit einzubüßen und eine von vornherein auf Opposition fixierte Haltung einzunehmen, und so betrachte ich mit einer gewissen Skepsis die Aussage Ullrichs:

„Wir halten trotz dünner Beweislage am Kurzzeitmodell fest“



Viel eher scheint mir da eine Haltung angebracht, die Ausgangsposition selbst zu differenzieren und zu hinterfragen, ob denn die als Basis für die Berechnungen und Aussagen herangezogenen Textstellen überhaupt so verstanden werden wollten, wie sie bisher verstanden wurden. Somit ist eine interessante Frage, wie folgende Aussage denn von der Studiengemeinschaft tatsächlich umgesetzt wird (Hervorhebung von mir):

„Vielleicht müssen wir lernen, an die wissenschaftlichen Daten methodisch anders heranzugehen oder prinzipiell neue Fragen zu stellen, um die Probleme in den Griff zu bekommen.“


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