2008-01-24

Gemeinde - ein unsterblicher Organismus?

Letzten Samstag hatte ich mit meinem Freund Wolle ein interessantes Gespräch über das Thema Jugend und Gemeinde. Im Allgemeinen spezialisiert sich so ein Gespräch ja schnell auf Jugend-Gottesdienst und Gemeinde, aber in diesem Fall blieben wir auch auf der globaleren Ebene.

Mein Freund äußerte die -schon von mehreren Seiten gehörte- Meinung, dass Jugend in die Gemeinde voll integriert sein müsse. Es könne nicht sein, dass sich die Jugend von Gemeinde abkoppelt und möglicherweise sogar eine eigenständige Jugendkirche bildet.

Nun, ich hatte in diesem Gespräch eine andere Sichtweise eingenommen, und möchte die Fragen und Thesen, die sich aus dieser etwas anderen Perspektive ergeben, hier einmal stellen.

  1. Der Ansatz, dass Jugend unbedingt in die bestehende Gemeinde(-tradition) eingebunden werden müsse, kann auf der Angst aufgebaut sein, meine Gemeinde könne eines Tages überaltern und sogar aussterben. Dieser Gedanke wird von Katastrophengefühlen begleitet. So ungefähr, als wenn der einzige Sohn die Traditionsfirma nicht mehr weiterführen will (ein typisches Pilcher-Thema ;-) ).
  2. Die Frage ergibt sich aber, inwieweit die Entstehung einer neuen Gemeinde und das Sterben einer alten überhaupt eine "Katastrophe" darstellt? Was genau ist an dem Gedanken so "schrecklich"?
  3. Mit welcher Berechtigung erwarten wir eigentlich, dass unsere Gemeinde X als Organisation/Institution ein "ewiges Leben" am Ort besitzt?
    Treffen aus Sicht des Organismus' auf eine Stadt, in der mehrere Gemeinden als neue "Zellen" entstehen sollen (so die missionarische Vision) nicht auch die organischen Gesetzmäßigkeiten zu, dass alte Zellen sterben?
  4. Ist der Versuch, unbedingt die eigene Gemeinde am Leben zu halten nicht eventuell sogar im Widerspruch zu der umfassenderen Sicht des Leibes Christi?
    Heißt: Müssten wir nicht eher daran interessiert sein, dass an unserem Ort möglichst viele Menschen den Christus als ihren Herrn annehmen und ein geistliches Zuhause in einer Gemeinde finden, auch wenn diese nicht die unsere ist?
    Und ist das Bestreben, gerade auch Jugendliche in genau unserer Gemeinde zu halten, nicht gerade kontraproduktiv, wenn sie als Alternative dann in gar keine Gemeinde gehen und sich nicht nur von der Gemeinde, sondern vom Glauben abwenden, weil wir beides nicht sauber getrennt bekommen?
  5. Wenn ich also mit einer umfassenden Sicht des Leibes Christi am Ort an die Thematik herangehe, ist das Altwerden und Aussterben einer konkreten Gemeindeinstitution bei weitem weniger dramatisch, als die Tatsache, dass die Stadt als solches immer gottloser wird.
Wenn ich auf solche Weise argumentiere, dann kann es leicht so klingen, als würde ich mich dafür stark machen, dass die Jugendlichen unserer Gemeinde ausziehen und eine eigene Gemeinde gründen.

Dies ist nicht der Fall. Natürlich ist es weitaus wünschenswerter, dass wir als Gemeinde es schaffen, eine Integration zu erreichen und quasi einen weichen Übergang auf die nächste Generation zu ermöglichen. Uns von innen her zu erneuern. Es ist einfach angenehmer, wenn es einfach so weitergeht, wie bisher. Wir werden alt, die Jungen bekommen Kinder, die gehen dann in die Sonntagschule usw. usw. . Natürlich ändern sich manche Dinge, aber die Gemeinde als solche bliebe erhalten.

Diese Sicht darf aber nicht dazu führen, dass wir
  1. die Augen davor verschließen, dass dies aus verschiedenen Gründen möglicherweise nicht gangbar ist. Dass es einfach so nicht funktioniert.
  2. unseren Wunsch als einzige Alternative sehen und es dadurch versäumen, andere Optionen und Perspektiven, die ebenfalls vorhanden sind, auch in den Blick zu nehmen und ihren Wert für das Fortbestehen des Leibes Christi(!) abzuwägen.
Was mich am Meisten dabei beschäftig ist, dass unser Gemeindebund ja die Vision hat "100 neue Gemeinden in 10 Jahren" zu gründen.

Teilen wir eigentlich diese Ansicht? Tragen wir selbst diese Vision im Herzen? Für Duisburg?

Und: Denken wir nicht im Stillen, diese neuen Gemeinden müssten von allein aus dem Boden schießen und strukturell und inhaltlich quasi Klone unserer Gemeinde sein?

Wer hat bei dieser Vision den Gedanken, dass eine neuzugründende Tochtergemeinde möglicherweise ganz anders sein könnte, als wir es -historisch gewachsen- sind.
Wer hat bei dieser Vision den Gedanken, dass es uns als Gemeinde betrifft, und dass wir selbst möglicherweise auf einige Leute/Mitarbeiter verzichten müssten, damit diese für eine solche Gründungsaufgabe frei werden?

Was wäre, wenn unsere Jugendlichen tatsächlich ein eigenes Gemeindeprojekt beginnen würden, und diese Arbeit tatsächlich wächst? Und wächst? Und... ?
Während wir als Gemeinde weiterhin die Altersgruppe der Eltern zu erreichen suchen und vielleicht weniger wachsen ...

Was wäre eher in Gottes Sinne?

Dies, oder der Stillstand, die Stagnation und letztendlich doch Regression des Reiches Gottes am Ort?

2008-01-08

Ockham's Rasiermesser - ein Morgengedanke

Gestern habe ich mal wieder zum Thema Dawkin's Gotteswahn auf Brian Trapps Blog geschaut, und bin in einem Kommentar zu einen Starglider-Artikel auf folgendes Statement gestoßen:

I'm afraid Ockham is much misused in this way. People tend to forget that the Razor is simply a tool to use when we are looking for the best explanation of some known facts (or, at the very least, some agreed-upon facts).

Und hier kommen wir an einen wichtigen Punkt, wenn es um Ockham's Rasiermesser geht.

Auf der gelinkten Wikipedia-Seite sind ja schon Gegenpositionen benannt, wie z.B. „es ist sinnlos mit weniger zu tun, was mehr erfordert“.
Das Problem bei der Anwendung von Ockham's Rasiermesser ist nämlich, dass es nur zu einem gegebenen Zeitpunkt mit dem gegebenen Daten-Wissen zu einer für diesen Moment adäquaten Theorie führen kann.

Das beste Beispiel dafür ist die Quantentheorie, die sowohl den Wellen- als auch Teilchencharakter der Materie berücksichtigt, um beobachtete Phänomene zu erklären. Diese Theorie ist sehr komplex und führt eine Menge von Entitäten bzw. Begrifflichkeiten ein, geht an die Grenze des Vorstellbaren.

Konsultieren wir nun die Wikipedia-Seite zur Geschichte der Atommodelle, so finden wir dort die Entwicklung der Vorstellung über das Wesen der Materie, die nach und nach immer komplexer wurden.

Einen speziellen Punkt greife ich einmal heraus:

Daltons Atomhypothese (1803)

  1. Materie besteht aus kleinsten kugelförmigen Teilchen oder Atomen.
  2. Diese Atome sind unteilbar und können weder geschaffen noch zerstört werden.
  3. Alle Atome eines chemischen Elements sind untereinander gleich, sie unterscheiden sich nur in der Masse von Atomen anderer Elemente.
  4. Diese Atome können chemische Bindungen eingehen und aus diesen auch wieder gelöst werden.
  5. Das Teilchen einer Verbindung wird aus einer bestimmten, stets gleichen Anzahl von Atomen der Elemente gebildet, aus denen die Verbindung besteht.

Gegenargumente für Daltons Theorie waren jedoch z.B. das elektrische Aufladen von Atomen, welches die Teilbarkeit der Atome voraussetzt.

Meist wurden Atome als feste Kugeln angenommen. Dies änderte sich erst, als Joseph John Thomson 1897 das Elektron entdeckte, dieses wurde 1874 erstmals von George Johnstone Stoney vorausgesagt und 1891 namentlich benannt.

Nehmen wir an, in einem Winkel der westlichen Welt wären zu diesem Zeitpunkt unabhängig von dieser Entwicklung die bekannten Quantenvertreter, wie Heisenberg, Schrödinger und wer auch immer auf den Plan gekommen, und hätten parallel zu Dalton und seinen Kritikern die Kopenhagener Deutung präsentiert.

Die Reaktion auf die Quantenvertreter aber wäre gewesen:
  • Auslachen
  • Verärgerung und Empörung
  • Verwirrung und Kopfschütteln
Ganz allgemein: Unverständnis und Ablehnung, und das höchst wahrscheinlich mit dem Hinweis auf Ockham's Rasiermesser. Viel zu komplex, unnötig komplex.

Hier wird aber deutlich: Die momentan empfundene unnötige Komplexität einer Theorie, und die momentane Genügsamkeit, die man einem einfacheren, scheinbar "eleganteren" Modell gegenüber empfindet, sind in keinster Weise ein Merkmal für eine gesichertere Wahrheit. Sie können nur Hinweise darauf sein, welches Modell für eine gewisse Problemstellung als besser handhabbar zu bevorzugen ist.

An dieser Stelle verliert dann das Argument Dawkins', dass Gott nicht existiert, weil die Annahme seiner Existenz eine unnötige Komplexität in die wissenschaftlichen Theorien bringen würde, wohl einiges an Kraft.

2008-01-02

2007 / 2008 - Jahreslosungen sind mehr als Glückskekssprüche?!

Tja, an dieser Stelle und am zweiten Tag des neuen Jahres will ich auch einen Blick zurück werfen auf das letzte Jahr.

Seit ein paar Jahren ist es tatsächlich interessant, die Jahreslosung mit dem Geschehen zu vergleichen. Schon seit 2001 stelle ich das für mich fest, insbesondere aber auch wieder in den letzten Jahren.

2005: Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.
(Luk. 22,32)
War damals tatsächlich ein wichtiger Vers für mich geworden, als einfach eine gewisse Schlaffheit und Müdigkeit aufkam. Glaube ist kein Glaube mehr, wenn er zur Routine wird. Dann steht das 'G' eher für Gewohnheit.
2006: Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht
(Jos. 1, 5b)
Auch dieser Vers war in 2006 ein wichtiger Zuspruch für mich und für andere geworden.

In 2007 nun hat sich bei mir persönlich und in meinem Umfeld einiges ereignet. Es war irgendwie ein aktives, aktionsreiches, hartes Jahr. Und mehr als das.

Meine Gemeinde hat an- bzw. umgebaut, und da die normale Gemeindearbeit darunter nicht leiden sollte, wurden alle Bau-Aufgaben noch zusätzlich erledigt. Für mich hieß das: Umbau an der Tontechnik planen und durchführen. Zig Kabel von den Steckern befreien, Kabel neu verlegen, nachher die Stecker wieder anlöten. Zusätzliche Geräte anschaffen, bedienen lernen und einjustieren. Und das noch alles so, dass zu jedem Wochengottesdienst die Beschallung zumindest provisorisch wieder lief, die JesusHouse-Party zur Gebetswoche stattfinden konnte, die Technik für WhyNot-Gottesdienste zur Verfügung stand, und die JesusHouse Woche in unseren Räumen stattfinden konnte. Für den Herbst stand dann noch eine JesusHouse Party mit drei Bands an einem Abend an -eine Herausforderung für Planung und Durchführung- sowie ein Gospel-Konzert, wozu unsere bisher nur provisorisch aufgebauten Boxen dann auch endlich korrekt installiert sein sollten.

Zusätzlich musste die JesusHouse Satellitenwoche während des ersten Quartals technisch geplant und durchgeführt werden, mit jedem Abend anderer Live-Band, und die JH-DU-Webseiten mussten in ihrem Design überarbeitet werden.
Womit wir beim Stichwort "überarbeitet" wären ...

Während des ganzen Jahres, speziell aber in der ersten Hälfte, bin ich somit quasi in Themen der Veranstaltungstechnik versunken, neben der üblichen Arbeit als Webmaster der Gemeinde und Leiter/Mentor eines Jugendhauskreises, Mitglied in der Jugendband und Mitdenker im Jugendbereich.

Vom Job als Software-Entwickler und den Herausforderungen, die der Zeitpunkt des Roll-Outs eines neuen Produktes zum Kunden mit sich bringt, will ich gar nicht erst anfangen.

Gewarnt wurde ich von befreundeten Beobachtern ja schon etwas länger, aber dieses Jahr wurde die Leistungsgrenze dann deutlich sichtbar.

Anfang der zweiten Jahreshälfte kam dann der Einbruch des Glaubens hinzu. Bei einem Leben, welches fast völlig von Aktivismus, Planung, Durchführung und "gesaugter" Kreativität geprägt ist, und wenig von Sabbath, Spiritualität und Besinnung, bleibt das dann wohl auch nicht aus.

Anfang der zweiten Jahreshälfte stürzte ich also in ein Tief, aus dem ich mich eher langsam wieder erholt habe. Die zweite Hälfte war geprägt von Zweifeln an allem rund um den Glauben, und sehr viel Literatur, die ich aufgesaugt habe wie ein Schwamm. Bücher, Magazinartikel, Blogposts, zu Themen Wissenschaft und Glaube, Evolution, Bewußtsein, Atheismus, aber auch zu Theologie, Philosophie, der Gottesfrage und Leben im Glauben.
Ich war intensiv auf der Suche. Auf der Suche nach Antworten, aber auch erst einmal auf der Suche nach Klarheit über meine Fragen (und irgendwie ist es Ironie, dass dies alles quasi um meinen 42. Geburtstag herum stattfand)

Dieses ziemliche Hin und Her drückt sich dann auch in meinem Nicknamen "MentalRover" aus, der mentale Vagabund.
Nicht alles, was mir in dieser Zeit durch den Kopf ging, hat den Weg in dieses Blog gefunden, auch wenn ich das ursprünglich beabsichtigt habe. Manches hat es nur bis zum Entwurfsbereich geschafft, manches nur in mein Notizbuch, manches blieb einfach nur im Kopf.

Über manches werde ich dieses Jahr sicher noch schreiben, wenn auch vielleicht aus anderer Perspektive, als es letztes Jahr der Fall gewesen wäre.

In dieser Zeit kam ich auch mit dem Begriff Emerging Church in Kontakt, und empfand vieles, was ich dort las als erfrischend. Manche Fragen, die ich hatte, wurden auch dort gestellt. Manche Dinge, die mir eigentlich altvertraut schienen, wurden dort neu beleuchtet und aus anderer Perspektive betrachtet. An manchen Dingen, die ich anzweifelte, wurde dort aber auch festgehalten, sie waren und blieben Basis des Glaubens.

Auch bei den Jugendlichen, mit denen ich zusammenarbeite, blieb meine Veränderung nicht ohne Wirkung. Manche wagten es nun ebenfalls, die Fragen, die ihnen durch den Kopf gingen, laut(er) zu stellen, über ihre Zweifel und ihre Kritik an Glauben und Gemeinde zu reden.
Häufig geht es dabei um Authentiziät, Übereinstimmung von Reden (Predigt) und Handeln der Gemeinde. Sind wir ein frommer Club? Leben wir das christliche Ghetto? Wozu sind wir als Gemeinde da?

Und so muss ich heute sagen, dass in diesem letzten Halbjahr bei mir und anderen in meinem Umfeld einiges aufgebrochen ist, was vorher verkrustet und verrostet war. Dinge neu zu denken und zu hinterfragen war für uns plötzlich nicht mehr "schlimm" sondern wurde möglich. Es kam schließlich auch neu Bewegung in meinen Glauben.

Und hier merke ich, wie durch diesen anfangs auch sehr schmerzvollen Tiefpunkt hindurch die Jahreslosung 2007 Realität wird:
2007: Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?
(Jes. 43, 19a)
Letztlich waren die Verse der letzten drei Jahre alle zusammen in diesem einen Jahr vertreten, wie Strahlen im Brennpunkt einer Linse.

Was wird das neue Jahr bringen? Nun, vorneweg stelle ich fest, dass die Bewegung, die im Jugendbereich zu bemerken war, parallel durchaus auch die Gemeinde in Bewegung versetzt hat. Der Männerkreis unserer Gemeinde veröffentlichte kürzlich einen kurzen Artikel und beschrieb, dass sie neu über Möglichkeiten zum missionarischen und diakonischen Handeln nachgedacht haben und im kommenden Jahr konkrete Schritte gegangen werden sollen.
Auch die Gemeindeleitung lädt zu einem Mitarbeitertag ein, der sich um die Frage der missionarischen Möglichkeiten drehen soll.

Wesentlich für mich ist: Als ich das Jahr 2007 begann, hatte ich mir vorgenommen, weniger Aktivismus zu leben, als mehr Beziehung. Die Wirklichkeit sah genau anders herum aus. Ich war always in action und Beziehungspflege litt.
Für dieses Jahr aber sehe ich die Chance, dieses Ziel zu verwirklichen. Und zwar auch deshalb, weil mein Umfeld in eine ähnliche Richtung zu gehen scheint, was die Sache erleichtert.

Hinzu kommt: Die Webseiten wurden bzw. werden auf neue CM-Systeme umgestellt, die es auch erlauben, dass Mitarbeiter der Gruppen selbst ihre Informationen einstellen können. Die Pflege wird somit leichter. Aus dem Technik-Bereich werde ich mich nach und nach zurückziehen. Organisatorisch ist dies schon vorbereitet, das Know-How wird mittelfristig weitergegeben, letzte Aufgaben noch erledigt.
(Natürlich werde ich es nicht lassen können, hier und da an Knöpfen zu drehen, aber das ist dann was anderes ;-) ).
Den Freiraum, den ich bekomme, möchte ich in Beziehungen investieren, sowohl zu meinen Mitmenschen, als auch zu Gott. Ansonsten hoffe ich, die Disziplin aufzubringen, keine neuen Projekte mehr zu starten und mich von neuem Zweck-Aktivismus fernzuhalten. Zeiten des Aufatmens werde ich bewusst suchen.

Was mir im Moment noch fehlt und was ich dieses Jahr bewußt suchen möchte, ist die intensive Erfahrung dessen, was die neue Jahreslosung ausspricht:
2008: Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben
(Joh. 14,19)
So be it, Amen

2007-12-12

Idea fragt weiter: Ist eine neue fromme Bewegung nötig?

Habe ich die Tage noch in einem Artikel mit Sarkasmus auf den Beitrag bei Idea reagiert, der unter dem Titel "Helfen uns immer neue Bewegungen?" die Emerging Church für die Spendenproblematik traditioneller Institutionen, wie dem ERF, verantwortlich machte, so vergeht mir so langsam sogar das schwarze Lachen.

Inzwischen breitet Idea das Thema mit einem weiteren Artikel aus, der lautet:

Ist eine neue fromme Bewegung nötig?


Im Teaser dazu heißt es:
Sie gilt als die kommende evangelistische Bewegung in der USA: „Emerging Church“ (auf Deutsch: Aufkommende Kirche). Sie will neue Methoden in Mission und Botschaft praktizieren. Die nach Willow Creek zweite große US-Gemeindeerneuerungsbewegung fasst allmählich auch im deutschsprachigen Europa Fuß.
Diese Kurzdarstellung der Emerging Church als Noch-ein-Willow-Creek, welches "neue Methoden" praktizieren will, lässt mich nun wirklich mit einem enttäuschten Seufzer zurücksinken. Und eine innere Stimme fragt ständig: "Was soll das???"

Vielmehr noch, wenn ich parallel dazu in meinem Reader folgenden Idea-Artikel finde:
Bibel TV bekommt Konkurrenz

Die Tage wurde noch die Emerging Church beschuldigt, etablierten Institutionen -wie dem ERF- das Wasser abzugraben, und heute nun eine solche Schlagzeile. Ich frage mich also:

Ist ein weiterer christlicher TV-Sender nötig?


Und:
Inwieweit graben sich Evangelisations-Werke gegenseitig die Spendengelder ab?

Als ehemaliger ehrenamtlicher Mitarbeiter und Ex-Vorstandsmitglied eines Vereines, welcher evangelistische Arbeit im Internet betreibt, weiß ich um die Grabenkämpfe, die teilweise auch mit harten Bandagen hinter den Kulissen evangelistischer Werke geführt werden.

Ein wenig zynisch muss man da wahrnehmen, wie in manchen christlichen Kreisen die Evolutionstheorie so starke Ablehnung erfährt, andererseits jedoch der Daseinskampf gemäß "survival of the fittest" in den Werken so plastisch demonstriert wird.

Betrachte ich die Institutionalisierung der Kirchen und Werke gegenüber den Bewegung(en), die sich rund um das Emerging-Label auftun, so erinnert mich das doch sehr stark an die Kämpfe und Debatten, die sich im Open-Source Software Umfeld abgespielt haben. Kann es sein, dass im Glaubenssektor "The Cathedral and the Bazaar"(1) eine Nachahmung erlebt?

Wann also werden wir lernen, Einrichtungen mit ihren Kompetenzen nicht auf Konkurrenzbasis, sondern auf Synergiebasis für das gemeinsame Ziel einzusetzen? Zu vernetzen statt Gebiete abzustecken? Zu verbinden statt zu erobern? Neue Gebiete zu entdecken und zu erforschen, statt um die bereits besetzten ständig zu kämpfen?

Denn an einer Stelle hat Idea ja recht: Deutschland ist Missionsland


(1) Leider ist die deutsche Übersetzung anscheinend nicht mehr verfügbar.

2007-12-04

Idea fragt: Helfen uns immer neue Bewegungen?

Achtung, Glosse!
Ein sehr interessanter Artikel erschien heute bei Idea Spektrum.

Interessant deshalb, weil drei sehr eigenartige Themen in einem genialen Rundumschlag miteinander vermischt werden.

1.) macht dieser Artikel darauf aufmerksam, dass etablierte diakonische Werke in die Krise geraten, weil ihnen die Spendengelder ausgehen. Das finde ich selbst auch recht bedenklich, gerade bei Einrichtungen, die wirklich am Puls der Not sind, wie das Weiße und das Blaue Kreuz.

2.) macht der Artikel plötzlich und unerwartet die EmergingChurch dafür verantwortlich und stellt sie als neue Bewegung hin, die den Traditionellen durch ihr Auftreten die Spendengelder abgräbt.

3.) kommt das Böse natürlich wieder mal aus den USA, dem pseudo-gläubigen Staat, der eine volkschristliche Fassade vorführt, und unter der Haube die böse Brut trägt, kommen doch aus den USA und dem gleich mit zu verurteilenden Großbritannien auch die Bestseller-Atheisten, die nun den deutschen Markt überschwemmen.

Also: Emerging Church, eine recht neue Bewegung, die im Wesentlichen aus vernetzten Bloggern und Websites, aus Studierenden oder Dozierenden oder im Gemeindedienst Praktizierenden besteht,
keinerlei institutionellen Unterbau hat, und sich in Debatten mit theologischen Fragen und Gemeindeaufbau beschäftigt, wird plötzlich zum Finanz-Feind von etablierten diakonischen Einrichtungen und Werken !
Und man kann der Emerging Church sowieso nicht trauen, weil die Vorzeige-Atheisten kommen ja aus dem gleichen Kontinent!

Genial. Endlich verstehe ich die schwierigen geistlichen und weltlichen Zusammenhänge.

Das klingt wie: Seitdem es Philosophieunterricht an Schulen gibt, spenden weniger Leute Blut. Und Nietsche war sowieso böse.

Das Fazit ist dann wirklich "beeindruckend":

Vielleicht sollte sich deshalb manche US-Bewegung stärker auf das eigene Land konzentrieren. Und manche deutsche Gruppe, die sich nach geistlicher Erneuerung sehnt, könnte wieder einmal fragen, ob nicht auch die vorhandenen Erkenntnisse und Werke es wert wären, genutzt – und möglicherweise optimiert – zu werden.
Eigenartig, dass knapp davor noch folgende Kritik an der Emerging Church zu lesen war:
Andererseits: Es ist kaum eine wirklich neue Erkenntnis dabei gewesen.
Was denn nun, Herr Matthies? Erst sollen vorhandene Erkenntnisse genutzt werden, dann ist es plötzlich verwunderlich, dass nichts Neues dabei ist?

Nebenbei: "Ami go home" und "Kaufe deutsch" ist auch nicht gerade neu ... vielleicht sollten auch vorhandene Erkenntnisse mit diesen Sprüchen einmal wieder hervorgekramt werden?
Die Globalisierung (im Guten wie im Schlechten) scheint jedenfalls am Autor vorbeigegangen zu sein. Back to the National Roots.

Wie gut sich der Autor Herr Matthies in der ganzen Szene auskennt, zeigt auch folgender Satz:
Es ist sicher oft hilfreich, über den deutschen Tellerrand zu blicken, um Anregungen zu erhalten. Aber nimmt man eigentlich noch die Erkenntnisse der eigenen „Väter“ zur Kenntnis?
Nun, Herr Matthies, falls Sie sich einmal die Mühe machen, in die deutsche Blogosphäre rund um die Emerging Church Szene zu schauen, werden sie vielleicht überrascht feststellen, dass man dort tatsächlich Zitate und Abhandlungen zu den eigenen Vätern findet.
Wenn Sie sich dann weiter in das Thema einlesen, werden sie vielleicht auch feststellen, dass gerade auch die Wiederentdeckung verlorengegangener, wertvoller Traditionen ein Kennzeichen der Emerging Church Bewegung ist.

Und wenn Sie dann noch weiter schauen, entdecken Sie vielleicht sogar, dass die Leute hinter der deutschen Szene ständig kritisch danach fragen, ob und inwieweit die amerikanischen Aussagen für Deutschland gelten und hier überhaupt umsetzbar sind. (Übrigens: Genau das kennzeichnet eine Debatte oder "Konversation").

Und wenn ich im Artikel lese, dass gerade die jungen(!) Leute, die versuchen, Glauben und Leben in der zeitgenössischen Gesellschaft ganzheitlich und integrativ zu leben; die versuchen, Mission, Diakonie und authentisches Handeln nicht aus ihrem Leben auszuklammern, sondern viele der traditionellen Kanzel-Predigt-Worte auch tatsächlich umzusetzen, Schuld an der Spendenmüdigkeit der finanzstarken -meist älteren und in eben genau den traditionellen Gemeinden aufzufindenden- Generation sind, dann weiß ich nicht, ob für diesen Artikel überhaupt irgendetwas an Hintergrund recherchiert wurde.

Damit sinkt für mich IDEA einmal mehr auf das journalistische Niveau einer frommen Bildzeitung herab.

Morgengedanken

Kennst Du das? Man sitzt morgens im dumpfen Halbschlaf am Frühstückstisch, steht morgens semikonziös vor dem Spiegel, hängt eine halbe Stunde vor sich hin dämmernd in der S-Bahn herum, und dabei gehen einem ganz frei und locker diese Gedanken durch den Kopf. Je nach Stimmung und Wetterlage mal eher düstere Gedanken, mal ziemlich verrückte, mal kreative, mal analytisch-kritische, mal total unbedeutende...

Eines sind diese Gedanken nicht: sauber strukturiert, durchdacht, intentional. Sie gleichen mehr einer virtuellen Couch mit freier Assoziation.
Man ist noch viel zu dösig, als das der innere Wächter und Lenker, der mentale Spam- und Virusfilter sonderlich aktiv wäre und gleich alles auf seine Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit hin untersucht und aussortiert.

Unter dem Label Morgengedanken werde ich das ein oder andere, was mir so durch den Kopf geht, einfach mal aufschreiben. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Warum werde ich sie hier aufschreiben?



Hmmm. Warum nicht?

2007-11-08

JA-GoDi: Gottesdienst - alttestamentlich

Weiter geht es in der Reihe zum Arbeitsmaterial "Jahresaufgabe Gottesdienst" der Jugendarbeit des Bundes Freier evangelischer Gemeinden.

Der zweite Artikel, von Ingo Briel, ist betitelt mit: "Gottesdienst in der Hebräischen Bibel" und führt uns in das Gottesdienstwesen des Alten Testamentes ein, wobei der Begriff "Altes Testament" bewußt durch "Hebräische Bibel" ersetzt wird, um ein falsches Verständnis von "alt" als gleichbedeutend mit "überholt" zu vermeiden.


Bedenke ich die Tendenzen in der postmodernen Debatte, so scheint mir diese Gefahr weniger zu bestehen, da dort durchaus eine unter dem Begriff Retro-Spiritualität geführte Diskussion gerade die Suche nach Ursprünglichem in den Gestaltungsweisen hervorbringt statt sie zu vermeiden.

Allgemeines

Dieser Abschnitt, als Einleitung, glänzt in meinen Augen damit, dass er drei Grundaussagen trifft, die es tatsächlich in der Diskussion um Gottesdienstgestaltung zu beachten gilt:

1.) "Zum einen findet man in der HB nicht eine einheitliche Form des Gottesdienstes"
2.) "Zum anderen muss man bedenken, dass es im Laufe der Geschichte Israels eine Reihe von Veränderungen in der Gottesdienstpraxis gegeben hat."
3.) "[...]zwei Traditionen, die den Gottesdienst in Israel zu jeder Zeit ausgezeichnet haben: Die Begegnung mit dem heiligen Gott und das Bekenntnis zu ihm als Retter Israels."

Meiner Ansicht nach eröffnen diese drei Aussagen eine weite Tür, die es ermöglicht, Form und Durchführung von Gottesdiensten prinzipiell zu hinterfragen. Es gibt eben keine Form und keine Praxis, die als konstitutiv für den Gottesdienst aus den ältesten Schriften bereits abgeleitet werden kann. In diesem Wissen muss man also jeder voreiligen Ablehnung von Formänderungsvorschlägen und Praxisexperimenten prinzipiell in der Weise kritisch gegenüberstehen, ob diese tatsächlich theologisch begründet, seelsorgerlich begründet oder möglicherweise nur in einem starren Festhalten an einer bestimmten Kulturform und einer Inflexibilität in der Denkweise begründet ist.

Gerade was die theologische Begründung angeht, liefert der dritte Punkt aber zwei kraftvolle Prüfsteine für die Beurteilung von Formen und Praxis, und zwar sowohl der neu anzudenkenden als auch der aktuell ausgeübten.

Die Leitfragen können dabei sein:

  • Was bedeutet eigentlich "Begegnung mit Gott"?
  • Wie/Wodurch findet diese statt?
  • Welche (Ausdrucks-)Formen ermöglichen ein authentisches, freies, ehrliches Bekenntnis?

Die Begegnung mit dem heiligen Gott

Dieser Abschnitt enhält drei wichtige Punkte. Erstens, dass zu einem Gottesdienst im alten Testament eine Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott gehörte, zweitens, dass Gottesdienst durch Ehrfurcht vor Gott geprägt war und drittens, dass eine Reaktion auf die Begegnung mit Gott quasi als Verpflichtung angesehen wurde und somit konkrete Auswirkungen auf den Alltag hatte.

Speziell aus dem Punkt der Vorbereitung möchte ich hier noch einen Abschnitt hervorheben:

"Somit lässt sich festhalten, dass der Gottesdienst in der HB nie unvorbereitet begangen wird. Er erforderte eine zeitliche und körperliche Vorbereitung. Der Pilger stellt sich auf die Begegnung mit Gott ein und erhofft eine Veränderung seiner Lebenssituation durch die Zuwendung Gottes: rettende Hilfe und lebensermöglichenden Segen. Das zeigt, dass der Pilger den Gottesdienst mit einer konkreten Erwartung begeht, die sich aus seiner Lebenssituation ergibt." (Hervorhebungen von mir).

Interessant ist hier, dass relativ unvorbereitet das Wort 'Pilger' eingeführt wird. Zum Tempel zu gehen bedeutete also, zum Teil erhebliche Mühen auf sich zu nehmen, um aktiv die Gottesbegegnung zu suchen. Dieser Aspekt gerät heute fast vollständig ins Hintertreffen, wo die größte Mühe für manche lediglich darin besteht, sonntags morgens frühzeitig aus dem Bett zu kommen. Auch ist für uns in der nach-neutestamentlichen Zeit Lebende die Vorstellung eines Gottes, der im Tempel seinen Wohnsitz hat, aufgehoben, wodurch der Besuch des Gottesdienstsaales seine besondere Heiligkeit in Relation zu alltäglichen Orten zu alltäglichen Zeiten nicht mehr in dem Maße aufweist, wie es für den alttestametarischen Israeliten bestanden haben muss. Gottesbezug, Gottesbegegnung hat viel mehr mit dem Hier und Jetzt, mit dem Ich und Du, als mit dem besonderen Ort und der besonderen Zeit zu tun.
Die Vorstellung, dass ich in ausgezeichneter Weise im Gottesdienst(-saal) Gott begegnen kann, darüberhinaus aber eher weniger, scheint in heutiger Zeit ein krasser Widerspruch zu Gottes Allgegenwart, allgegenwärtigem Handeln und dem Gesandtsein in die Welt (=Alltag) zu sein. Prinzipiell kann ich überall -zu jeder Zeit an jedem Ort- Gott begegnen, indem ich mich aus der Hektik zurückziehe und mich auf die Gegenwart Gottes, die sowieso schon besteht, einlasse.
Dadurch wird der Gottesdienst als zeitlich und örtlich gebundes Ereignis weniger zu einer Begegnung mit dem Heiligen, als es für den Israeliten der Fall war. Vielmehr zu einem 'Date', welches sich zwar durch besondere Handlungen und besonderes Zeit Nehmen für die Begegnung (Hinwendung) hervorhebt, jedoch nicht im Grundwesen von anderen Zeiten unterscheidet.

Und doch zeigt die zweite Hervorhebung, dass auch für den frühen Israeliten eine enge Verbindung zwischen der Gottesbegegnung und seinem Lebensalltag bestand. Das Aufsuchen der Gottesbegegnung, das Auf-sich-nehmen der Mühe war mit der konkreten Absicht verbunden, aus dieser Begegnung nicht unverändert hervorzugehen. Diesen Punkt gilt es auch heutzutage zu beachten, und zwar sowohl als Gottesdienstbesucher als auch gerade als Gottesdienstgestalter. Für Letztere ist die Frage relevant: "Ermöglicht unser Gottesdienst es den Besuchern, aus dem Gottesdienst verändert herauszugehen? Fördert er dieses Erleben?".

Bedeutung für heute

Während der vorherige Abschnitt einige durchaus nachdenkenswerte Impulse aus der Darstellung des alttestamentlichen Gottesdienstverständnisses bereithält, verliert dieser zweite Abschnitt in meinen Augen einiges. Als logische Konsequenz aus dem vorher Gesagten wird natürlich abgeleitet, dass für uns eine Vorbereitung auf Einstimmung auf den sonntäglichen Gottesdienst anzuraten sei und dazu konkret vorgeschlagen, sich die eigene Lebenssituation und seine Erwartungen vor dem Gottesdienstbesuch bewusst zu machen und mit Gottes Gegenwart und seiner Reaktion auf meine Bedürfnisse zu rechnen. Dazu wird angeraten, sich kokreter auf den Gottesdienst vorzubereiten und zu diesem Zweck auch einmal vor diesem jeweils einen der Wallfahrtspsalmen zu lesen. Auch der Hinweis, dass eine Gottesdienstvorbereitung nicht erst sonntags morgens beginnen könne, sondern bereits am Samstag abend beginne, ist sicher ein Punkt, der angesprochen werden kann, aber nicht als generellen Rat ohne Beachtung persönlichen Typusses und persönlicher Zugangsweisen des Einzelnen in dieser Form gemacht werden sollte.

Besondere Aufmerksamkeit erregte bei mir dann folgender Absatz:

"Dabei ist die Praxis zu hinterfragen, ob lange Feiern, inklusive Alkohol und Nächte durchfeiern, eine gute Vorbereitung auf den Gottesdienst sind. Der Genuss von Alkohol an sich stellt dabei nicht das Problem dar, solange es in Maßen geschieht. Auch das Weggehen und Feiern mit Freunden ist nicht das Problem. Nur wird dabei öfter der Gottesdienst am nächsten Morgen vergessen. Entweder wird er im eigenen Bett oder im Gottesdienstraum der Gemeinde verschlafen."

Interessant ist hier, dass eine nicht unerhebliche Erwartungshaltung an die Gottesdienstbesucher und deren Einstellung und Verhalten zu Tage tritt. Nicht hinterfragt wird aber die "gängige Praxis", trotz der Veränderungen in der Gesellschaft um uns herum in Bezug auf die Wochenendgestaltung Gottesdienste am Sonntag Morgen stattfinden zu lassen. Diese Praxis stellt sich aber zunehmend als nicht mehr zeitgemäß heraus. Gerade in einer Zeit, wo die Absonderung der Christen aus dem Rest der Gesellschaft (á la "ein Christ geht sonntags nicht auf den Fußballplatz!") nicht mehr funktioniert und diese gleichzeitig immer weniger Rücksicht auf religiöse Vorgaben nimmt, wäre es angeraten, über kulturkompatible Gottesdienstzeiten neu nachzudenken.

Hervorheben möchte ich abschließend den auch im Original hervorgehobenen Schlusssatz:

"Die Begegnung mit Gott im Gottesdienst sollte weder etwas Überraschendes und Seltenes, noch bloße Routine sein. Die Begegnung mit Gott kann nur das bleiben, was sie ist: lebensverändernd."