2011-03-24

Gemeinde vs. Gemeinde vs. Gemeinde

Auf dem Laut-Gedacht-Blog hat M. einen Post zum Thema Gemeinde veröffentlicht, der mich mal wieder zum Nachdenken gebracht hat.

Zitat:
Von "der Gemeinde" erwarte ich eigentlich recht wenig. Wörter wie Stress, schwerfällig, leblos, Frust kommen mir in den Sinn. Von den Menschen die ich dort begegne halte ich wiederum sehr viel und traue ihnen auch sehr viel zu wenn es mal hart auf hart kommen sollte.
und:
Das Gefühl, dass es eben nicht hart auf hart kommt, weil man sich mehr mit Organisation als mit einem lebendigen Gott beschäftigt und Gemeinde gar nicht zeigen kann, dass sie Gemeinde ist.

Zuneigung zu den Menschen und werdene Abneigung zur Gruppe sind eine verwirrende Sache.
Gerade die Verwirrung des letzten Satzes kann ich durchaus nachempfinden.

In einem Kommentar schreibt er:
Meine Generation ist alt genug, um sich so zu organisieren, dass sie die Gemeinde als Treffpunkt nicht mehr nötig hat und hat sich für andere Orte entschieden.
Das macht mich nicht gerade glücklich.
Insgesamt bringt mich das wieder zu der Überlegung: Was ist eigentlich "Gemeinde" ?

Der Begriff an sich ist nicht eindeutig, und auch in seinem Post vermischen sich Aspekte, die ich gerne begrifflich getrennt haben möchte, um über die aktuelle und zukünftige Situation überhaupt sprechen zu können.

Also versuche ich, das mal etwas auseinanderzufieseln und begrifflich abzugrenzen:

  • Zum einen haben wir da also die Gemeinde als eine Menge von Menschen. In dieser Gruppe bildet sich natürlich das übliche Beziehungsgeflecht aus, wie es in jeder genügend großen Gruppe auftritt. Hier entwickeln sich Freundschaften, aufgrund der spirituellen Ausrichtung und der Tiefe der Gemeinsamkeit und des Austausches (Hauskreis, Seelsorge) eben auch recht tiefe Freundschaften. Ich nenne das: die Beziehungsgemeinde.
  • Dann haben wir eben die Gemeinde als Organisation. Hier werden Strukturen gebildet, Gruppen geordnet, geleitet, organisiert und verwaltet. Hier werden allgemeine Entscheidungen getroffen, Güter beschafft und verwaltet, eine Corporate Identity aufgebaut. Ohne polemisch sein zu wollen, belege ich diesen Aspekt mit dem Begriff Gemeindeverein, denn strukturell ist er genau das.
  • Als drittes haben wir dann noch den zentralen Ort der Zusammenkunft, der Gruppengestaltung, der örtlichen Identifikation: das Gemeindezentrum.
Das sind die drei Existenz-Aspekte der Gemeinde. Über diesen steht nun als übergreifendes Element, quasi als einschließende und definierende Klammer, der Sinn und Zweck dieser Struktur. Ich nenne das den Transzendenz-Aspekt.

Diese drei Existenz-Aspekte stehen nun in einem Verhältnis zueinander, und die Spannung die sich ergibt, liegt meines Erachtens in eben diesen Verhältnissen begründet.

Wenn beispielsweise der Gemeindeverein viel Energie damit verbraucht, sich selbst und das Gemeindezentrum zu verwalten, so kann es passieren, dass er sich immer mehr vom Transzendenz-Aspekt entfernt. Das heißt, dass der Sinn und das Ziel des Ganzen verloren geht.

Nebenbemerkung: Folgendes ist übrigens ein Punkt, den ich auch in Unternehmen beobachte. Wenn es an der eigentlichen Zielausrichtung und an gemeinsamer Synergie zu einem bestimmten Zweck hin hapert, dann ist die Tendenz, Aktionen und Energien in Nebenschauplätze zu investieren. Wenn die grundsätzlichen Probleme immer unüberwindbarer erscheinen, so neigt man vermehrt dazu, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Ganz einfach deshalb, weil man nicht untätig sein will, geht man die anderen Dinge an, die man bewältigen kann.

Leider führt diese Haltung aber auch leicht dazu, dass man Scheuklappen für die großen Probleme entwickelt, und Lösungen für diese ausblendet. Denn diese würden einen tiefen Eingriff in die Struktur bedingen, und würde aus der Sicherheit des Gewohnten und des Beherrschbaren herausreißen.

Drücken wir hier mal für einen Moment auf die Pausentaste der sozio-psychologischen Gedanken und kehren zu den konkreten Aussagen im verlinkten Post zurück. Und gehen wir hier zudem das Thema mal von hinten an:

Frage:
Wieso ist es eigentlich so ein Unglück, wenn die Jugendlichen sich an anderen Orten organisieren, als im Gemeindezentrum?
Oder die Frage mal anders gestellt: Wieso ist es notwendig, dass sich Jugendliche mit christlichem Glaubenshintergrund im Gemeindezentrum treffen?

Meine Ansicht dazu ist ja: Es ist nicht notwendig. "Gemeindezentrum" ist ein Phänomen einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Umfelds. Nicht zu jeder Zeit und nicht an jedem Ort findet Gemeinde in Form eines Gemeindezentrums ihre Struktur. Hauskreise, Untergrundgemeinden, sog. Dritte-Orte, alles das sind alternative Möglichkeiten, wie sich christliche Glaubende organisieren können.
Missionarisch ist die (zumindest ausschließliche) Gemeindezentrum-Kultur schon gar nicht.
Die Kontroverse zwischen Komm-Kultur und Geh-Kultur spielt sich auf diesem Terrain ab.
Und mal ehrlich: Die besten Gespräche habe ich fast gar nicht im Gemeindezentrum gehabt. Diese ergaben sich immer spontan an anderen Orten. Der "frömmste" davon sicher der Hauskreis, aber eben vielfach auf Freizeiten, auf Parties, in Kneipen, am Arbeitsplatz. Dort, wo man ganz natürlich und ohne spirituellen Rahmen zwanglos zusammenkommt. Wo die Menschen selbst direkt vorkommen.

Was wirklich spirituell fördert, menschlich aufbaut, weiterbringt, ist eben immer seltener die Zentralveranstaltung im Gemeindezentrum, sondern immer öfter das Beziehungsnetzwerk. Oder anders: die Beziehungsgemeinde.
Schauen wir uns an, wie sich die Gesellschaft um uns herum wandelt, so wird Organisation immer dezentraler. Struktur immer mehr zu einem flüchtigen, verformbaren Konstrukt. Struktur wird weniger statisch und immer mehr organisch. Was heute noch enge Ortsbeziehung war, wird morgen zu loser Fernbeziehung. Was heute regelmäßiges Gruppentreffen war, wird morgen zum zielgebundenen zeitlich begrenzten Projekt. Bei Bedarf, spontan organisiert, wie ein Flash-Mob.

Die Frage ist, wie ein Gemeindeverein aussehen kann, der diesen Phänomenen Rechnung trägt. Der diese unvermeidlichen Aspekte akzeptiert, versteht und positiv in seine Struktur integriert, so dass dadurch wiederum der transzendentale Aspekt gelebt und vermittelt werden kann. Der eigentliche Sinn und Zweck hinter dem Konstrukt.

Solange der Gemeindeverein darauf ausgerichtet ist, zunächst die drängenden, organisatorischen, handhabbaren Probleme zu lösen, solange wird er keine Resourcen haben, sich mit den großen, eigentlichen und zielorientierten Problemen zu beschäftigen.
Aus der psychologischen Beratung kennen wir diesen Punkt: Wenn der Ratsuchende glaubt, immer erstmal die naheliegenden Probleme zu lösen, bevor er anfängt, Visionen und daraus Ziele zu entwickeln, dann wird er niemals weiterkommen. Er wird immer nur reaktiv aktuelle Probleme abarbeiten, aber niemals die große, notwendige Wende angehen. Und er wird getrieben wie ein Blatt im Wind. Er bleibt in seinem Teufelskreis gefangen.
Leider wird oft vernachlässigt, dieses Wissen auf Gruppen zu übertragen.

Der wesentliche Aspekt, über den sich Gemeinde Gedanken machen muss ist:
Wie kann der Gemeindeverein dazu beitragen, dass sich die Beziehungsgemeinde voll entfalten kann?

Wenn man die Frage nun so stellt und sie intensiv verfolgt, dann kann es sein, dass die Antwort überraschend anders aussieht, als bisher angenommen. Dass sie eben nicht hochpriorisiert die Verbesserung der Zusamenarbeit zwischen Technik, Musikteam und Gottesdienstleitung, die Synchronisierung zwischen Gemeindebrief und Webauftritt, die Optimierung der Tonaufnahmen und Übertragungen in den Kinderbetreuungsraum oder die korrekte Einordnung der Jugendgruppen in die Diakonatstruktur zum Thema haben.

Vielmehr werden die Fragen viel stärker die Menschen, ihre Bedürfnisse, ihre Nöte und ihre Anknüpfpunkte für Glaubensfragen betreffen. Beziehungsgemeinde rückt dann in den Vordergrund, und Gemeindeverein und Gemeindezentrum sind dann nachgeordnet.

"Zuneigung zu den Menschen und Abneigung zur Gruppe" empfinde ich inzwischen gar nicht mehr so verwirrend. Vielmehr ist sie für mich meist ein Indiz dafür, dass die Anforderungen und Aufgaben des Gemeindevereins die Beziehungsgemeinde nicht mehr fördern, sondern Energie von dieser abziehen.
Und "Wörter wie Stress, schwerfällig, leblos, Frust" sind dann eine logische Folge dieser Spannung.

Um einmal einen persönlichen Beitrag dazu zu geben:
Aus meinem Gemeindeverein wurde ich als Leiter der Technik im ersten Quartal 2011 von vier Leuten zu drei organisatorischen Sitzungen eingeladen und habe weitere zwei persönliche Konfliktgespräche bewältigen müssen, plus zusätzlicher Absprachen zu Problemen und zur Organisation per Mail oder in Gottesdienst-Nachgesprächen.

Im selben Zeitraum hatte ich außerhalb meines Hauskreises genau zweimal einen Austausch darüber, wie es mir geht und wie es meinem Gegenüber geht.

In meinen Augen ein Missverhältnis, wenn man die spirituelle Ausrichtung als Sinn, Zweck und Ziel von Gemeinde begreift.

M. dazu:
"Eine Spannung die ich weder erklären noch beseitigen kann. Liebe zum Menschen, aber Enttäuschung von Effizienz, Struktur und Ausrichtung??? Das Gefühl, dass es eben nicht hart auf hart kommt, weil man sich mehr mit Organisation als mit einem lebendigen Gott beschäftigt und Gemeinde gar nicht zeigen kann, dass sie Gemeinde ist."
Gemeinde, Beziehungsgemeinde, sind zunächst und vor allem wir, du und ich. Und wir stehen immer wieder vor der Entscheidung, inwieweit wir Beziehungsgemeinde leben wollen, oder den Anforderungen des Gemeindevereins Rechnung tragen.
Wir können die Spannung insofern beseitigen, dass wir aus unserem Erleben, aus unserer inneren Haltung dazu eine Antwort darauf geben.

Haben wir, du und ich, die Augen dafür offen, wo es "hart auf hart" kommt? Werden wir dann entsprechend priorisieren und die Beziehungsgemeinde dem Gemeindeverein voranstellen?
Dann haben wir -für uns und für den, dem wir begegnen- die Spannung aufgelöst.
Und der Transzendenz-Aspekt, der eigentliche Sinn und Zweck, rückt wieder in den Vordergrund.

(Übrigens: Genau das ist in einem der ersten Kapitel von "Schrei der Wildgänse" thematisiert: Der Co-Pastor, der lieber den Besucher durch das Gemeindehaus begleitet, anstatt seine "Pflichten" an der Tontechnik zu erfüllen. So fing für Jake alles an....)

Kommentare:

MindRevolution hat gesagt…

Es ist immer wieder interessant etwas von dir zu lesen. Über zwei Aspekte möchte ich weiter mit dir diskutieren.

Du hast geschrieben: „Der wesentliche Aspekt, über den sich Gemeinde Gedanken machen muss ist:
Wie kann der Gemeindeverein dazu beitragen, dass sich die Beziehungsgemeinde voll entfalten kann? „

Was die Prioritäten angeht bin ich da ganz deiner Meinung. Für mich hört es sich aber im Gesamtkontext so an als würdest du der Beziehungsgemeinde und dem Transzendenz-Aspekt die gleiche Wichtigkeit zuschreiben. Kannst du Sinn und Zweck der Gemeinde nochmal genauer erläutern?

Ich mache mir einfach sorgen, dass bei all unseren Lobesreden auf die Beziehungsgemeinde der Aspekt der Lehre untergeht. Das Bibelwissen in meiner Generation ist einfach sehr dürftig und in Gruppen mit einem Beziehungsschwerpunkt (siehe meinen Post vom 28.2.11) kann ich auch nicht erkennen, dass zu mehr privaten Bibellesen ermutigt wird.
Meine Jugendgruppe hat 5 Jahre gebraucht bis der Wunsch nach mehr Auseinandersetzung mit der Bibel geäußert wurde.
In der Gruppe habe ich für einen geistlichen Input gekämpft (der ohne meine Anwesenheit auch nie stattfand) und außerhalb der Gruppe habe ich erklären müssen, dass Gemeinschaft etwas heiliges ist und wir uns mit recht eine christliche Gruppe nennen dürfen.
Trotzdem stellte unser Jugendreferent bei unserer letzten Programmplanung die Frage wo den nun der Unterschied zwischen uns und einen Kanichenzüchterverein wäre.


„Frage:
Wieso ist es eigentlich so ein Unglück, wenn die Jugendlichen sich an anderen Orten organisieren, als im Gemeindezentrum?
Oder die Frage mal anders gestellt: Wieso ist es notwendig, dass sich Jugendliche mit christlichem Glaubenshintergrund im Gemeindezentrum treffen? „

Es ist ein Unglück, wenn ich als Jugendleiter verpflichtet bin ins Gemeindezentrum zu gehen während sich meine Freunde woanders treffen.
Notwendig ist es natürlich nicht. Es ist nur äußerst praktisch, wenn man entsprechende Räumlichkeiten und Materialien (Beamer, Liederbücher) zur Verfügung hat. Billiger als regelmäßige Kneipenbesuche ist es sicherlich auch.

Für mich stellt sich nun die Frage wie zeitgemäß die Form einer wöchentliche Jugendgruppe denn jetzt noch ist. Die Nachfrage und der Wille zur Mitarbeit bei zeitlich begrenzten Projekten ist jedenfalls vorhanden. Ein gewisser Hang zur Eventmentalität, aber das muss ja nichts schlechtes sein.
Es gibt ein oder zwei Personen denen die wöchentlichen Treffen sehr viel bedeuten und viel daraus ziehen. Wenn einer von denen im Spätsommer wegzieht ergibt sich die Gelegenheit unsere Struktur nochmal von Grund auf zu überdenken. Eine Art Wandel zu organischen Jugendgruppe.
Wobei mir noch nicht ganz klar ist wie das dann ablaufen soll. Ich vermute, dass die Identifizierung zur Ortsgemeinde dabei noch weiter sinkt und wir uns am Ende Club der anonymen Christen nennen können.
Leitungstechnisch wird es auf jeden Fall noch schwieriger, aber daran sollte ich mich in Zeiten von Teilzeitjobs schon mal gewöhnen.

MentalRover hat gesagt…

Upsa,viel auf einmal für einen Kommentar. Ich gehe jetzt zuerst mal auf den ersten und mir bedeutsamsten Punkt ein:

"Für mich hört es sich aber im Gesamtkontext so an als würdest du der Beziehungsgemeinde und dem Transzendenz-Aspekt die gleiche Wichtigkeit zuschreiben."

Dazu zwei Antworten:

In meinem Denkmodell ergibt diese Aussage erstmal keinen Sinn, denn der Begriff "Transzendenz-Aspekt" besagt ja schon, dass der Inhalt dieses Aspektes den anderen Aspekt (Existenz) "transzendiert".

Von daher kann man den Begriff "Beziehungsgemeinde" und "Transzendenzaspekt" gar nicht gegeneinander abwägen. Das sind zwei völlig andere Ebenen.

Ungefähr so als wenn man beim Fussballtraining Laufkondition, Treffsicherheit und Spieltaktik trainieren kann und dann jemand fragt, ob denn Laufkondition genauso wichtig wäre, wie die Platzierung in der Liga.

Die zweite Antwort ist:
Ich denke, dass der Aspekt Beziehungsgemeinde, bzw. wie dieser gestaltet wird, wesentlich für den Transzendenz-Aspekt ist.

Denn es geht im christlichen Glauben wesentlich um Beziehung, und zwar die Gottesbeziehung. Die zwischenmenschliche Beziehung in der Gemeinde ist da für mich (oder sollte sein) Spiegelbild dieser Beziehung, Manifestierung dieser Beziehung und auch Trainingsort dieser Beziehung.

Meiner Meinung nach ist das zeitgenössische Problem eben, dass wir den Glauben zu einem intim-persönlichen Punkt machen, quasi "Ich-und-mein-Gott". Dabei findet die Gottesbeziehung wesentlich in der Beziehung zum Gegenüber ihren Ausdruck.

So wie also der Glaube notwendig ist, die Beziehungsgemeinde von einem Kaninchenzüchterverein zu unterscheiden, so ist die Beziehungsgemeinde wesentlich, den christlichen Glauben von irgend einem anderen Privatglauben zu unterscheiden.

Beziehungsgemeinde lebt Gemeinschaft im Glauben (durch Musik, Gebet, Seelsorge usw), Gedankenaustausch, Korrektur (sowohl in Lehre als auch auf die Persönlichkeit bezogen), Trost und Beistand, und ist damit Ausdruck der Gottesbeziehung, des göttlichen Wesens.

Soweit erstmal

MentalRover hat gesagt…

Nun zum zweiten Aspekt:

Du schriebst:"Für mich stellt sich nun die Frage wie zeitgemäß die Form einer wöchentliche Jugendgruppe denn jetzt noch ist. "

Genau. Diese Frage ergibt sich aus deiner Antwort auf meine Frage, nämlich:"Es ist ein Unglück, wenn ich als Jugendleiter verpflichtet bin ins Gemeindezentrum zu gehen während sich meine Freunde woanders treffen."

Ich nehme "Freunde" jetzt mal als "Leute, die ich erreichen will".
Und in dem Sinne haben wir da wohl einen sehr interessanten und wunden Punkt getroffen.

Frage 1: Wer verpflichtet dich, ins GZ zu gehen?

Die lasse ich jetzt mal offen für dich ;-)

Frage 2: Warum sollst du eine Gruppe im GZ aufrecht erhalten?

Wenn die Antwort auf Frage 2 ist, dass du Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit der biblischen Botschaft erreichen sollst,
diese sich aber offensichtlich nicht da aufhalten und treffen wo du bist, dann gibt es doch nur eine logische Konsequenz: Du gehst dahin, wo sie sind. Oder?

Wenn ich eine Walzer-Schule eröffne, weil ich Tanz vermitteln will, während die Menschen der Gesellschaft um mich herum sich aber an Straßenecken zum Street-Dance treffen, bin ich doch irgendwo daneben.

Du schriebst:
"Notwendig ist es natürlich nicht. Es ist nur äußerst praktisch, wenn man entsprechende Räumlichkeiten und Materialien (Beamer, Liederbücher) zur Verfügung hat. Billiger als regelmäßige Kneipenbesuche ist es sicherlich auch."

Der letzte Satz trifft es nicht ganz. Wenn sich die Zielgruppe tatsächlich regelmäßig in Kneipen trifft, dann ist sie de facto dort! Punkt!

Aber lassen wir das mit der Kneipe mal für den Moment, war ja nur ein Beispiel.

Ich denke nur, dass die Räumlichkeiten und die Materialien praktisch für eine bestimmte Form von Treffen sind. Wenn diese Form aber nicht mehr zieht, dann ist es eigentlich egal, wie die Resourcen beschaffen sind.

Frage: Wird von der Zielgruppe gerne und viel gesungen? Dann braucht man Liederbücher. Ist das eher für die meisten eine Art Gruppenzwang, kann man sie einfach weglassen.
Kommen die Leute wegen einem Beamervortrag? Dann brauchen wir einen guten Beamer. Ist das nur lästig und die Leute kommen wo immer möglich erst danach zum gemütlichen Teil, muss man das Konzept überdenken und braucht womöglich gar keinen Beamer mehr.

Resourcen sind also nur solange praktisch, wo man damit ein Ziel erreicht. Resourcen zu nutzen, nur weil sie da sind, und damit sie nicht ungenutzt bleiben, bringt auf Dauer meist nicht vorwärts. Zumindest meiner Erfahrung nach.